Brauertag in Stuttgart: Vorträge, Verkostung und Volksfest

Plakat zum Brauertag

Plakat zum Brauertag

Alexander Bonde

Hob die Biervielfalt in Baden-Württemberg hervor: Alexander Bonde, Landesminister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Günther Birnbaum

Zeichnete ein positives Zukunftsszenario für die Baden-Württembergische Bierlandschaft: Günter Birnbaum von der GfK

Alexander Reitz

Im Verpackungsbereich wird die Vielfalt zunehmen: Alexander Reitz von der Gesellschaft für Verpackungsforschung

Im Kellergewölbe des Stuttgarter Restaurants "87" fand am 7. Oktober der 2. Brauertag des Baden-Württembergischen Brauerbunds statt. Auf dem Programm standen Vorträge und ein Besuch auf dem Cannstatter Volksfest. Außerdem gab es für die rund 50 Teilnehmer Gelegenheit zum Austausch und zum Probieren regionaler Biersorten.

Baden-Württemberg sei das Bundesland mit größten Biervielfalt, sagte Alexander Bonde, Landesminister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, in einem Grußwort. Er verwies auf die Erfolge, die Brauereien aus dem Südwesten regelmäßig bei Wettbewerben wie der Qualitätsprüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) erzielen. Zuletzt hatten Bierhersteller aus dem "Ländle" bei dem Test, bei dem die DLG jedes Jahr mehrere Hundert Biersorten unter die Lupe nimmt, wiederholt am besten abgeschnitten und dafür den Titel "Brauerei des Jahres" erhalten.

Eine Analyse des baden-württembergischen Biermarkts vermittelte Günter Birnbaum von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Er verwies auf den seit Jahren sinkenden Bierabsatz in Deutschland und prognostizierte, dass der Abwärtstrend weiter anhalten werde. Zu den Gründen gehörten die demografische Entwicklung und ein sich wandelndes Konsumverhalten der Verbraucher. Für Baden-Württemberg zeichnete Birnbaum jedoch ein positives Zukunftsszenario. Nachhaltigkeit und Regionalität würden eine immer wichtigere Rolle spielen. Konsumenten würden heute zu wertigeren Produkten greifen, der Preis verliere in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Hier könnten regionale Hersteller punkten. "Wir bewegen uns weg vom Discount-Sortiment und hin zum regionalen Vollsortiment", so der Referent. Um möglichst unterschiedliche Geschmäcker, Alters- und Zielgruppen anzusprechen, empfehle es sich für Brauereien, mehrere Sorten einer Marke anzubieten. Chancen sieht Birnbaum auch in Nischenprodukten. Beispielsweise habe man mit alkoholfreien Varianten die Möglichkeit, Personen zu erreichen, die sonst kein Bier trinken.

Dass im Verpackungsbereich die Vielfalt zunehmen wird, prognostizierte Alexander Reitz von der in Mainz ansässigen Gesellschaft für Verpackungsforschung in einem weiteren Vortrag. Er geht davon aus, dass der Bierabsatz im Inland weiter sinken und der Bierexport zunehmen wird. Bei den Ausfuhren habe der Anteil von Dosen und Fassbier zugenommen, der Flaschenbieranteil sei gesunken. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, so der Referent. Auch im Inland seien Dosen auf dem Vormarsch. Es sei davon auszugehen, dass hier der Einwegbereich weiter zulegen werde.

Den Teilnehmern am Brauertag wurden nicht nur Fachvorträge geboten, sie konnten auch verschiedene Biersorten von Herstellern aus Baden-Württemberg verkosten. Zum Ausklang stand ein gemeinsamer Besuch auf dem Cannstatter Volksfest auf dem Programm.

Seinen nächsten Brauertag will der Baden-Württembergische Brauereiverband im Herbst 2015 veranstalten. Zur Teilnahme sind auch Nicht-Mitglieder eingeladen. Der Termin wird im Vorfeld auf der offiziellen Verbandswebsite www.einfach-besser-bier.de bekanntgegeben.

(26.10.2014)

 
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