Bundeskartellamt verhängt Bußgelder wegen Bierpreisabsprachen

Preisabsprachen für Beck's und andere Biermarken

Wegen Preisabsprachen für Beck's und andere Biermarken müssen Handelsunternehmen hohe Bußgelder bezahlen.

Wegen Preisabsprachen bei Bier, Kaffee und Süßigkeiten hat das Bundeskartellamt erneut Bußgelder gegen mehrere Handelsunternehmen verhängt. Sie müssen insgesamt 90,5 Millionen Euro bezahlen.

Im Fokus der Ermittlungen standen Absprachen zwischen der in Bremen ansässigen Deutschlandtochter des Braukonzerns Anheuser-Busch InBev und Händlern, bei denen es insbesondere um die Ladenpreise der Biermarken Beck's, Franziskaner und Hasseröder ging. "Die betroffene Brauerei hat beim Absatz ihrer wichtigsten Biermarken mehrfach Erhöhungen der Ladenpreise mit den Händlern abgesprochen und die Einzelheiten, insbesondere die Stichtage und die Höhe der jeweiligen Preisanhebung, zwischen diesen koordiniert", so Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Die Wettbewerbshüter haben deswegen Bußgelder gegen verschiedene Edeka-Gesellschaften, die Metro AG, den Discounter Netto und die A. Kempf Getränkegroßhandel GmbH in Offenburg verhängt. AB InBev hat in dem Verfahren frühzeitig und umfassend kooperiert und muss keine Strafe bezahlen. Das betrifft auch den Handelskonzern Rewe. AB InBev war bereits 2014 in einem Kartellverfahren ungeschoren davongekommen, bei dem es um die Abstimmung von Fassbier- und Flaschenpreisen zwischen mehreren Brauereien ging (>mehr).

Zur Kasse gebeten werden auch Lidl und Rossmann wegen Preisbindungen bei Haribo- bzw. Melitta-Produkten.

Die Strafen sind Teil eines seit 2010 laufenden Verfahrens, in dessen Verlauf wegen verbotener Absprachen zwischen Herstellern und Handelsunternehmen über die Ladenpreise von Süßwaren, Kaffee, Tiernahrung, Bier und Körperpflegeprodukte bisher ein vorläufiges Gesamtbußgeld in Höhe von 242 Mio. Euro fällig wurde. Gegen drei Unternehmen in den Bereichen Süßwaren und Bier sei das Verfahren noch offen und werde voraussichtlich in den nächsten Monaten abgeschlossen, so das Bundeskartellamt.

(10.5.2016)

 
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