Der Pegel der anderen

Die Umgebung spielt bei der Beurteilung des Alkoholkonsums eine Rolle

Wie man seinen eigenen Pegel beurteilt, hängt mit dem Trinkverhalten der Mitfeiernden zusammen, sagen britische Forscher

Wie betrunken man sich fühlt, hängt auch davon ab, wie hoch der Pegel der Menschen ist, die einen umgeben. Zu diesem Ergebnis kommen britische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie. Die Forscher haben 1.862 Partygänger mit einem Durchschnittsalter von knapp 27 Jahren beim Feiern begleitet. Sie dokumentierten die Lokalitäten, die die Probanden besuchten, und führten Atemalkoholtests durch. 400 der Personen mussten zusätzlich beantworten, für wie betrunken sie sich hielten und die gesundheitlichen Risiken ihres Trinkverhaltens bewerten.

Die Auswertung zeigte, dass die Probanden ihren Pegel oft falsch einschätzten. Waren Studienteilnehmer von Mitmenschen umgeben, die mehr gebechert hatten als sie selbst, stuften sie ihren Blutalkoholwert vergleichsweise niedrig ein. Auch die gesundheitlichen Folgen des Trinkens beurteilten sie eher als gering. Hatte der Großteil der anderen Gäste hingegen weniger gezecht als sie selbst, fühlten sich die Probanden stärker alkoholisiert.

Nach Ansicht der Forscher belegen ihre Ergebnisse, dass zechende Menschen ihren eigenen Zustand im Vergleich zum Pegel der anderen beurteilen. Sei man mit stark angetrunkenen Personen unterwegs, sei es wahrscheinlich, dass man den eigenen Alkoholisierungsgrad unterschätzt. Je mehr nüchterne Personen auf einer Party sind, desto leichter wird es für die Gäste, ihren eigenen Alkoholkonsum richtig einzuschätzen, so die Annahme der Wissenschaftler.

Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachpublikation "BMC Public Health" erschienen.

(6.10.2016)



 
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