Globaler Biermarkt: Die größten Brauereien und Herstellerländer

Bierproduktion

Die globale Bierproduktion ist 2014 zum ersten Mal seit Jahren gesunken.

China war auch im letzten Jahr das Land, in dem im weltweit am meisten Bier gebraut wurde. Deutschland behauptete seine Position als "Europameister". Mehr als die Hälfte der globalen Produktion stammt von lediglich fünf Braukonzernen. Das geht aus dem aktuellen "Barth-Bericht" hervor, den die in Nürnberg ansässige Barth-Haas Group vorgestellt hat. Der Weltmarktführer im Hopfenhandel veröffentlicht einmal pro Jahr Zahlen zum Bier- und Hopfenmarkt.

Die globale Bierproduktion ist 2014 laut Barth-Bericht zum ersten Mal seit 1992 gesunken, und zwar um 11,8 Millionen Hektoliter (-0,6 Prozent) auf 1,96 Milliarden Hektoliter. Als Gründe werden Unruhen, die Ausbreitung von Ebola und politische Einflussnahme genannt. Zurückgegangen ist der Ausstoß auch in China, das seine Stellung als weltgrößter Bierhersteller aber mit großem Vorsprung behaupten konnte. Die geschätzte Jahresproduktion lag 2014 bei 492,1 Millionen Hektolitern (2013: 506 Millionen Hektoliter). Damit wird weltweit fast jedes vierte Bier im Reich der Mitte gebraut. Auf Platz zwei im Ranking der größten Hersteller belegen die USA mit 225,9 Millionen Hektolitern (2013: 224 Millionen Hektoliter), gefolgt von Brasilien mit 140,4 Millionen Hektolitern (2013: 135,5 Millionen Hektoliter), Deutschland mit 95,6 Millionen Hektolitern (2013: 94 Millionen Hektoliter) und Russland mit 81,6 Millionen (2013: 88,6 Millionen Hektoliter). In Europa ist Deutschland der größte Bierproduzent vor Russland, Großbritannien (Produktion 2014: 41,2 Millionen Hektoliter), Polen (39,8 Millionen Hektoliter) und Spanien (33,5 Hektoliter).

Die größten Brauereikonzerne der Welt
Der internationale Biermarkt ist unverändert von starker Konzentration geprägt. Mehr als 52 Prozent der globalen Produktion stammten im letzten Jahr von den fünf größten Brauereikonzernen. Die 40 führenden Unternehmen brachten es auf einen Weltmarktanteil von 83 Prozent. Der multinationale Branchenprimus Anheuser-Busch InBev, der seinen Hauptsitz in Belgien hat, konnte seinen Ausstoß auf 411,5 Millionen Hektoliter (2013: 399 Millionen Hektoliter) steigern, was einem Anteil von 21 Prozent am globalen Biermarkt entspricht. Platz zwei belegt mit einigem Abstand SABMiller (Großbritannien) mit einer Jahresproduktion von 187,8 Millionen Hektoliter (2013: 187,4 Millionen Hektoliter) und einem Weltmarktanteil von 9,6 Prozent. Dahinter folgen der niederländische Heineken-Konzern (Jahresausstoß 2014: 181,3 Millionen Hektoliter), Carlsberg (Dänemark, 122,8 Millionen Hektoliter) und die China Res. Snow Breweries (118,4 Millionen Hektoliter).

Die zum Dr. Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe, größtes Brauereiunternehmen in Deutschland, hat 2014 im internationalen Vergleich einen Rang gut gemacht und belegt mit einem Ausstoß von 11,7 Millionen Hektolitern und 0,6 Prozent Weltmarktanteil (2013: 11,8 Millionen Hektoliter) Platz 21. Mit Oettinger (Platz 25, Ausstoß 2014: 9,3 Millionen Hektoliter), Bitburger (7,2 Millionen Hektoliter, Platz 32), Krombacher (5,7 Millionen Hektoliter, Platz 37) und der Brau Holding International (5,7 Millionen Hektoliter, Platz 38) finden sich vier weitere Unternehmen aus Deutschland unter den 40 größten Herstellern der Welt. Zusammen bringen sie es auf einen Marktanteil von 2,1 Prozent (2013: 2,3 Prozent).

Hopfenmarkt
Ein Wandel vollzieht sich nach Angaben der Barth-Haas Group derzeit auf dem Hopfenmarkt. Durch eine wachsende Nachfrage nach Craft Beer-Sorten steige der Bedarf an für deren Herstellung benötigten Flavourhopfen. Die weltweite Hopfenanbaufläche ist laut Barth-Bericht 2014 erstmals seit vier Jahren gestiegen (+3,3 Prozent). Die weltweite Erntemenge habe mit rund 96.500 Tonnen und einer Steigerung von 16 Prozent die Erwartungen übertroffen. Vor allem in Deutschland sei der Ertrag mit 38.500 Tonnen (2013: 27.554 Tonnen) überdurchschnittlich gut ausgefallen. Damit war die Bundesrepublik vor den USA die größte "Hopfennation" der Welt.

>>Zum vollständigen Barth-Bericht

(20.7.2015, Autor: Sebastian Hemmer)

 
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