Glücksgefühle durch Bier

Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg

Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg haben einen in Gerstenmal enthaltenen Stoff gefunden, der das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. (Foto: FAU/Katharina Götz)

Bier kann glücklich machen, glauben Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Sie haben 13.000 Lebensmittelinhaltsstoffe daraufhin untersucht, ob sie das Belohnungszentrum im Gehirn aktivieren und dadurch für ein Gefühl der Zufriedenheit sorgen. Der Gewinner: Hordenin, eine Substanz in Gerstenmalz und folglich auch Bier.

Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der FAU wirkt Hordenin ähnlich wie der körpereigene Neurotransmitter Dopamin, der auch als "Glückshormon" bekannt ist. Beide aktivieren im Gehirn den sog. Dopamin-D2-Rezeptor. Um das herauszufinden, legten die Forscher zunächst eine Datenbank mit 13.000 in Lebensmitteln vorkommenden Molekülen an. In diesem Pool suchten sie anschließend nach Molekülen, die auf den Dopamin-D2-Rezeptor passen – quasi die passenden Schlüssel für das Schlüsselloch. Per Computer wurde berechnet, welche Moleküle wahrscheinlich mit dem Dopamin-D2-Rezeptor interagieren können: entweder über synthetische Substanzen oder über die dreidimensionale Struktur des Rezeptors.

Von den 13.000 untersuchten Stoffen blieben letztendlich 17 übrig, die dann im Labor getestet wurden. Die vielversprechendsten Ergebnisse zeigte dabei die Substanz Hordenin, ein Inhaltsstoff von Gerstenmalz und auch Bier. Nach Angaben der Forscher aktiviert Hordenin genau wie Dopamin den Dopamin-D2-Rezeptor – mit einem wichtigen Unterschied: Er funktioniert über einen anderen Signalweg. Hordenin aktiviert den Rezeptor ausschließlich über sogenannte G-Proteine, was zu einem nachhaltigeren Effekt auf das Belohnungszentrum führen könnte.

Nach Ansicht der Wissenschaftler deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Hordenin zum stimmungssteigernden Effekt von Bier beitragen könnte. Ob die in Gerstensäften enthaltenen Hordenin-Mengen aber tatsächlich für eine spürbare Beeinflussung des Belohnungszentrums ausreichen, wird derzeit untersucht.

Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Scientific Reports erschienen.

(19.9.2017)

 
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