In Großbritannien gibt es immer weniger Pubs

Bier

In Großbritannien schließen immer mehr Pubs. Eine Verbraucherorganisation will mit einer Initiative gegensteuern.

In Großbritannien gibt es immer weniger Pubs. Nach Angaben der Verbraucherorganisation Campaign for Real Ale (Camra) machen mittlerweile pro Woche durchschnittlich 31 "Public Houses" – so die offizielle Bezeichnung – dicht. Im Dezember 2013 waren es noch 28, im März letzten Jahres 26. In den Vororten der Städte hätten in den letzten sechs Monaten 3 Prozent aller Einrichtungen dichtgemacht. Die Zahl der Kneipen sei landesweit auf 54.490 geschrumpft.

Gründe für den Schwund gibt es mehrere. Zum einen ist die Biersteuer in Großbritannien zwischen 2008 und 2013 um 42 Prozent gestiegen. Der Bierkonsum sank im gleichen Zeitraum um 21 Prozent. Viele Briten kaufen ihr Bier mittlerweile im Supermarkt und trinken zu Hause. Auch Rauchverbote machen den Pub-Betreibern zu schaffen. Schuld am Kneipensterben sind laut Camra aber auch Gesetzeslücken, die es ermöglichten, Pubs zu Lebensmittelläden, Restaurants oder anderen Einrichtungen umzufunktionieren, ohne dass die Planung von den Behörden genehmigt werden müsste. Derzeit würden pro Tag im Schnitt zwei Pubs in Supermärkte umgewandelt.

Das soll sich ändern. Camra hat eine Initiative mit dem Titel "Pubs Matter" ins Leben gerufen. Die Kampagne zielt unter anderem darauf ab, Politiker dafür zu gewinnen, sich für eine Änderung des Planungsrechts einzusetzen, so dass Pubs in Zukunft nur noch nach gesetzlicher Genehmigung zu anderen Einrichtungen umfunktioniert werden dürfen.

Laut Camra beschäftigen Pubs in Großbritannien rund 1 Millionen Menschen. Jedes einzelne Lokal bringe der Wirtschaft in seiner Region rund 80.000 £ pro Jahr.

(26.8.2014)

 
Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld