Wird Hasseröder verkauft?

Hasseröder

Bei Anheuser-Busch InBev schließt man einen Verkauf von Hasseröder nicht aus.

Bei Anheuser-Busch InBev kann man sich einen Verkauf der Hasseröder Brauerei vorstellen. "Sollte es Interessenten geben, die mit der Marke und dem Braustandort gute Pläne haben, würden wir sicher Gespräche führen und das Potenzial für den Standort, Mitarbeiter und die Marke ausloten", sagte Oliver Bartelt, Sprecher bei AB InBev, der Mitteldeutschen Zeitung (MZ). Gleichzeitig wies er darauf hin, dass man derzeit keine konkreten Gespräche führe. Gegenüber dem Handelsblatt sagte Bartelt, dass AB InBev prinzipiell an der Marke Hasseröder festhalte und diese derzeit "nicht offensiv im Schaufenster" stehe. Falls jedoch ein Interessent mit einer guten Strategie auftauche, wolle man sich Verkaufsgesprächen nicht verschließen.

AB InBev, größter Braukonzern mit Sitz in Belgien, hat vor kurzem SABMiller, Nummer zwei auf dem globalen Biermarkt, übernommen, und passt derzeit Strukturen an. Beispielsweise wurden die italienische Marke Peroni sowie Pilsner Urquell (Tschechien), Tyskie, Lech (beide Polen) und Grolsch (Niederlande) an die japanische Brauereigruppe Asahi abgegeben. In Deutschland ist AB InBev nicht nur mit Hasseröder, sondern unter anderem auch mit Beck's, Franziskaner, Spaten und Diebels vertreten.

Hasseröder mit Sitz in Wernigerode ist laut eigenen Angaben mit einem Absatz von rund 2,1 Millionen Hektolitern die fünftgrößte Biermarke in Deutschland und Nummer eins im Osten. Vor vier Jahren hatte der Ausstoß noch bei 2,4 Millionen gelegen. Für den Rückgang macht man nicht zuletzt den harten Preiskampf auf dem ostdeutschen Biermarkt verantwortlich. Im Handel würden mittlerweile 70 Prozent des Biers im Zusammenhang mit Rabattaktionen verkauft, so Bartelt zur MZ. Ihm zufolge geht es jetzt darum, die Preisstrategie für die Marke Hasseröder zu überprüfen.

(1.6.2017)

 
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