Bad Staffelstein: Bierwandern im Gottesgarten

Brauerei Dinkel in Stublang
Lager-, Roggen- und Bockbier: Die Brauerei Dinkel im Bad Staffelsteiner Ortsteil Stublang
Brauerei Hennemann
Ebenfalls in Stublang ansässig: die Brauerei Hennemann
Schwabthal
Von Stublang aus führt die Route vorbei an Wald und Wiesen nach Schwabthal.
Landgasthof Schwarzer Adler
In End befindet sich der Landgasthof Schwarzer Adler.
St.-Ägidius-Kirche in Frauendorf
Markanter Sandsteinbau aus dem 18. Jahrhundert: die St.-Ägidius-Kirche in Frauendorf
Brauerei Hetzel
Die 1867 gegründete Brauerei Hetzel in Frauendorf
Bierwanderwegs in Richtung Stublang
Die letzte Etappe des Bierwanderwegs in Richtung Stublang

Gottesgarten nennt man die Region am Obermain in Oberfranken, in der Bad Staffelstein liegt. Der Rechenguru Adam Ries wurde in der Stadt geboren, die Landschaft ist abwechslungsreich, in der Umgebung gibt es historische Kirchen, Naturdenkmäler und viele Brauereien. Allein in Bad Staffelstein sind es zehn*. Bei gerade einmal etwas mehr als 10.000 Einwohnern macht das – nach Adam Ries – eine Brauerei pro 1.000 Einheimischen. (*In einigen Quellen ist lediglich von neun Brauereien im Stadtgebiet von Bad Staffelstein die Rede, da eins der Unternehmen, der Landgasthof Schwarzer Adler, sein Bier im Lohnbrauverfahren herstellen lässt)

Die örtliche Bierkultur wird in Bad Staffelstein auf verschiedene Art gepflegt und spielt auch im Tourismus eine Rolle. Jedes Jahr an Mariä Himmelfahrt (15. August) findet auf dem Marktplatz ein Bierbrauerfest statt. Außerdem hat die Stadt drei Rad- und vier Wanderwege ausgewiesen, die jeweils einen Teil der Brauereien verbinden. Für sehr durstige Bier- und Wanderfans gibt es zusätzlich eine rund 50 km lange Route, die zu allen zehn Betrieben führt.

Tour mit vier Brauereien
Eine der Strecken – offiziell als "Bierwanderweg 4" deklariert – verbindet vier Brauereien in den Bad Staffelsteiner Ortsteilen Stublang, End und Frauendorf. Sie ist neun Kilometer lang und mit Wegweisern ausgeschildert.

Ausgangspunkt sind die Brauereien Dinkel und Hennemann, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander am Dorfbrunnen im Ortsteil Stublang liegen. Bei Dinkel braut man neben einem Lager- auch ein Roggen- und saisonal ein Bockbier. Alle Sorten sind unfiltriert. Erhältlich sind die Kreationen sowie auch alkoholfreie Getränke in einem kleinen Getränkemarkt, den die Brauerei betreibt. Am Sitz des Unternehmens gibt es auch einen Biergarten, der nur an wenigen Tagen im Jahr (beispielsweise am Feiertag Christi Himmelfahrt) geöffnet hat. Probieren kann man die Biere der Brauerei auch im keine 200 m entfernten Brauerei-Gasthof Dinkel, der fränkische Speisen und saisonale Gerichte, beispielsweise Spargelvariationen, serviert. Hier können auch Gästezimmer gebucht werden.

Übernachten kann man auch im Brauereigasthof Hennemann, dessen Kernsortiment ein Lagerbier und ein Hefeweizen bilden. Darüber hinaus gibt es abwechselnd weitere Varianten, darunter ein Rauchbier.

Landgasthof mit Hotel und Biergarten
Der Bierwanderweg führt aus Stublang hinaus und folgt rund 250 m der Straße in Richtung des Nachbarorts Uetzing. Dann biegt man rechts in einen Wanderweg ein, der durch Wald und vorbei an Wiesen unterhalb des Sulligknöckleins verläuft, einem etwas mehr als 460 m hohen Hügel. Nach rund 3 km erreicht man Schwabthal und wenig später den kleinen Ort End, wo sich der seit 1570 bestehende Schwarze Adler befindet, ein Landgasthof und Hotel. In den Sommermonaten wird in einem eigenen Biergarten bewirtet. Das Braurecht besitzt der Schwarze Adler seit 1791. Ausgeschenkt wird unter anderem Schwarzbier, das die Betreiber nach eigener überlieferter Rezeptur im Lohnbrauverfahren herstellen lassen.

Die nächste Bierstation ist nicht weit entfernt. Der Bierwanderweg passiert einen Weinhügel und verläuft anschließend entlang der Hauptstraße bis in den knapp 1,5 Kilometer entfernten Ortsteil Frauendorf. Hier geht man an der St.-Ägidius-Kirche vorbei, einem markanten Sandsteinbau aus dem 18. Jahrhundert, und erreicht wenig später die 1867 gegründete Brauerei Hetzel. Zu deren Angebot gehören Pils, Land- und Vollbier sowie ein naturtrübes Kellerbier, die in einer eigenen Gaststätte neben dem Brauereibetrieb ausgeschenkt werden.

Abschließend geht es auf die mit ca. 4,5 Kilometern längste Etappe der Tour. Die Route verläuft ein kurzes Stück auf der Hauptstraße zurück in Richtung Schwabthal, dann zweigt sie rechts ab und folgt der Straße nach Oberküps. Kurze Zeit später geht es rechts weg. Über Feldwege gelangt man schließlich nach Stublang zurück. Man läuft durch den Ort und erreicht wenig später den Ausgangspunkt der Wanderung.

Eine Wegbeschreibung zum Bierwanderweg sowie eine Karte gibt es auf der offiziellen Website der Stadt Bad Staffelstein.

>>Bilderstrecke zum Bierwanderweg

(Stand: 26.8.2015)