Alkohol spielt im Fernsehen eine große Rolle

Bier

In Fernsehsendungen wird nicht selten Alkohol konsumiert.

Wissenschaftler der Universität Würzburg haben sich mit dem Thema Alkohol, Drogen und Sucht im Fernsehen beschäftigt. Dafür haben sie das Programm ausgewertet, das eine Woche lang im Juli 2017 auf den sieben bei Jugendlichen am beliebtesten Fernsehsendern (ProSieben, RTL, Das Erste, ZDF, Sat.1, RTL Nitro und  RTL2) lief. Ihrer Analyse zufolge war Alkohol in 35,9 Prozent aller Sendungen ein Gesprächsthema, in 61,7 Prozent waren alkoholische Getränke in irgendeiner Form sichtbar, zum Beispiel standen Flaschen oder Gläser an Bars.

Getrunken wurde in 39,4 Prozent der untersuchten TV-Formate. Mit 95,8 Prozent war die Quote in Filmen besonders hoch. Außerdem becherte in rund zwei Dritteln der untersuchten Serien mindestens eine Person, in Seifenopern lag der Anteil bei 45,8 Prozent. Spitzenreiter war in diesem Bereich ProSieben. In sechs von zehn Sendungen, die der Kanal ausstrahlte, wurde zum Alkohol gegriffen. Bei RTL2, das in diesem Zusammenhang Platz zwei belegt, war das in rund jeder zweiten Sendung der Fall. Insgesamt war Alkohol im privaten Fernsehen stärker präsent als im öffentlich-rechtlichen.

Bier war das alkoholische Getränk, das die Protagonisten in den untersuchten TV-Formaten am häufigsten zu sich nahmen. In 23,1 Prozent aller Sendungen wurde Bierkonsum angedeutet und in16,9 Prozent gezeigt. Wein und Sekt folgten dahinter.

Zigaretten spielten im Vergleich zu Alkohol eine untergeordnete Rolle. In 15,2 Prozent aller Sendungen entdeckten die Wissenschaftler rauchende Personen. Illegale Drogen waren lediglich in 2 Prozent aller Formate ein Thema.

Auftraggeber der Untersuchung mit dem Titel "Die Darstellung von Drogen und Sucht im deutschen Fernsehen" waren die Drogenbeauftragte Marlene Mortler und das Gesundheitsministerium. "Die Studie zeigt in erschreckender Weise auf, welche Präsenz alkohol und Alkoholkonsum gerade im privaten Fernsehen haben", kommentierte Mortler die Erhebung laut Medienberichten. "Die Botschaft, die davon ausgeht, ist doch klar: Ohne Alkohol geht es nicht. Die Wissenschaft zeigt heute deutlich, dass derjenige, der im Fernsehen dauernd mit Alkohol konsumierenden Protagonisten konfrontiert wird, auch im realen Leben leichter zur Flasche greift".

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