Bundeswehr: Alkoholexzesse in Afghanistan

Die Führung der Bundeswehrtruppe in Afghanistan greift härter gegen Alkoholmissbrauch durch. Nach Angaben des Einsatzführungsführungskommandos in Potsdam sind in den letzten vier Monaten gegen 17 Soldaten Disziplinarmaßnahmen wegen Trunkenheit eingeleitet worden, 14 wurden sogar vorzeitig nach Hause geschickt.

Zuletzt sind mehrere Vorfälle im Zusammenhang mit Alkoholkonsum an Bundeswehrstandorten in Afghanistan bekannt geworden. Ein Soldat, der sich im Feldlager in Masar-i-Scharif in Nordafghanistan Anfang Juni selbst erschossen haben soll, hatte laut einem Bericht von Spiegel Online einen Alkoholpegel von 2 Promille. Ein anderer Bundeswehrangehöriger feuerte – vermutlich angetrunken – versehentlich seine Waffe ab und traf ein Bett, in dem ein Kamerad schlief. Auch von Soldaten, die im Camp in Masar-i-Scharif völlig betrunken im Straßengraben gefunden wurden, wird berichtet. Außerdem heißt es, Fahrer von Dienstwagen hätten unter Alkoholeinfluss Unfälle verursacht.

Laut Spiegel haben die verantwortlichen Stellen bei der Bundeswehr mittlerweile angeordnet, dass bei der Truppe streng auf die Einhaltung der Vorschriften für den Ausschank und den Konsum von Alkohol geachtet wird. Für deutsche Soldaten gilt bei Auslandseinsätzen die sog. "Zwei-Dosen-Regel". Demnach darf jeder Bundeswehrangehörige pro Tag zwei Dosen Bier oder ein Glas Wein beziehen und trinken. In Masar-i-Scharif sei es ein offenes Geheimnis, dass die Vorschriften in der Vergangenheit nicht immer eingehalten wurden und "es immer wieder zu ausgiebigen Gelagen kam", schreibt der Spiegel.

(26.6.2013)

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