Chinesischer Oktoberfest-Ableger floppt

Szene von der "echten" Wiesn in München

In Peking fand das erste Oktoberfest nach Münchner Vorbild statt. Die Veranstaltung hat vier Wochen gedauert und gefloppt.

China kopiert und kopiert. Den Transrapid, Gebäude aus englischen Städten und Dörfern, das französische Barock-Schloss Maisons-Laffitte und sogar ganze Unternehmen hat man im Reich der Mitte bereits nachgebaut. Derzeit arbeitet man an einer Kopie des zum Weltkulturerbe gehörenden österreichschen Dorfs Hallstatt im Salzkammergut. Und: ein Neuschwanstein-"Plagiat" soll auch noch folgen.

Nachgemacht haben die Chinesen auch das Münchner Oktoberfest. Einen ganzen Monat lang (16. Juli bis 15 August) dauerte die erste Ausgabe des asiatischen Ablegers, der in Peking veranstaltet wurde. Rund 100 Millionen Euro hat ein chinesisches Unternehmen in das Volks(republik)-Fest mit bayerischem Anstrich investiert und nicht nur riesige bierzeltähnliche Hallen errichtet sowie massenhaft Bier aus Bayern importiert, sondern auch rund 400 Mitarbeiter aus Deutschland angestellt. Sogar von bayerischen Wiesn-Profis hat man sich beraten lassen.

Letztendlich war die chinesische Oktoberfest-Version dann trotz aller Anstrengungen weniger erfolgreich, als es sich die Verantwortlichen gewünscht hatten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Veranstalter ursprünglich mit 100.000 Besuchern pro Tag gerechnet hätten, alles in allem hätten es 4 Millionen werden sollen. Tatsächlich "sind es (...) insgesamt vielleicht 100.000 Besucher gewesen", so die SZ. Als sich zeigte, das der erwartete Ansturm ausblieb, habe man den ursprünglichen Maßpreis von rund 10 Euro schnell um 30 Prozent gesenkt.

"Wir haben festgestellt, dass die Trinkkultur doch eine andere ist als in München", zitiert die SZ einen Sprecher des Planungsteams. Trotz eher magerem Ergebnis soll im nächsten Jahr eine zweite Pekinger Wiesn veranstaltet werden. Dann wollen sich die Veranstalter noch genauer am Münchner Original orientieren. Vielleicht gibt es dann keinen Fisch mit Sauerkraut mehr, wie er laut SZ in diesem Jahr in den Festhallen serviert wurde.

(17.8.2011)

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