Die bayerische Bierwelt ist nicht mehr in Ordnung

Das bayerische Bierbranche schwächelt. Im letzten Jahr ist der Bierabsatz der Brauereien aus dem Freistaat um 3,2 Prozent und damit fast doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt gesunken. Laut einem Bericht von Spiegel Online droht jeder fünften bayerischen Brauerei das Aus.

Neben sich verändernden Konsumgewohnheiten und demografischen Faktoren sind für die bayerische Bierkrise auch strukturelle Faktoren verantwortlich: Bei den meisten Brauereien handelt es sich um mittelständische und familiengeführte Unternehmen, die im Preiskampf mit den großen Braukonzernen aus Regionen wie Nord- und Ostdeutschland oft nicht mithalten können, schreibt der Spiegel. Großbrauereien würden ihr Bier teilweise für sechs Euro pro Kiste verramschen, während für bayerische Mittelständler schon bei 14 Euro die Schmerzgrenze erreicht sei. Noch problematischer werde die Situation durch gestiegene Preise für Braugerste.

Über den Ernst der Lage kann nicht hinwegtäuschen, dass die Zahl der bayerischen Braustätten in den letzten Jahren wieder leicht zugenommen hat und 2010 auf 637 gestiegen ist. Damit haben zwar nach wie vor rund die Hälfte aller deutschen und mehr als ein Drittel aller Brauereien in der EU ihren Sitz in Bayern. Betrachtet man hingegen die Entwiklung der Beschäftigtenzahlen im bayerischen Brausektor, ergibt sich ein anderes Bild: Zwischen 2001 und 2008 sank die Zahl der Betriebe mit mindesens 20 Beschäftigten von 161 auf 129. Die Zahl der Arbeitsplatze nahm im gleichen Zeitraum um rund ein Drittel ab.

Zu den Bereichen, die sich zumindest für einige bayerische Brauereien noch positv entwickeln, gehört laut Spiegel unter anderem der Export. Und: Die Resonanz auf Marken wie Augustiner oder auch Tegernseer zeige, dass man auch ohne Billigpreis-Strategie erfolgreich sein kann.

(4.5.2011)

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