Endlich geklärt: Warum Blasen im Guinness-Glas nach unten sinken

Guinness (Foto: www.guinness-storehouse.com)

Zapft man ein Guinness, steigen die Gasbläschen im Glas nicht nach oben, sondern sinken nach unten. Warum das so ist, haben jetzt irische Forscher geklärt.

Das Zapfen von Guinness-Bier ist eine Wissenschaft für sich. Das Glas muss exakt im 45°-Winkel zum Zapfhahn gehalten werden. Bevor man ein zweites Mal einschenkt, um komplett aufzufüllen, muss man das Bier erstmal zwei Minuten stehen lassen.

Gerade während der kurzen "Ruhephase" ist ein Phänomen zu beobachten, das sich Generationen von Biertrinkern nicht erklären konnten: Die aus Stickstoff und Kohlendioxid bestehenden Gasbläschen im Guinness scheinen verrückt zu spielen. Sie steigen nicht nach oben, wie man es von anderen Getränken kennt, sondern sinken an den Boden des Glases. Das dürfte eigentlich nicht passieren: Schließlich besitzt die sie umgebende Flüssigkeit eine viel höhere Dichte.

Warum die Bläschen absinken, haben jetzt Wissenschaftler - natürlich aus Irland - herausgefunden. In Laborversuchen stellten der Mathematiker Eugene Benilov und zwei Kollegen von der Limerick-Universität fest, dass die typischen Guinness-Gläser für das Phänomen verantwortlich sind. Diese weiten sich nach oben hin, was dazu führt, dass nach dem Einschenken eine ringförmige Strömung entsteht. Da Guinness unter hohem Druck gezapft wird, bilden sich - anders als bei vielen anderen Bieren - sehr kleine Gasbläschen, die leicht durcheinandergewirbelt werden können. Die Blasen in der Mitte steigen nach oben, im Randbereich, wo ihre Konzentration geringer ist, werden sie nach unten gezogen. Bei Gläsern, die sich zum Boden hin weiten, kehre sich der Effekt um, so die Forscher in ihrer Studie.

Es ist übrigens erst ein Jahr her, dass wissenschaftlich und zweifelsfrei bewiesen wurde, dass die Gasbläschen in Guinnes-Gläsern tatsächlich nach unten sinken. Damals wurde das "Guinness-Phänomen" im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der Universitäten Edinburgh und Stanford mit Hilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera beobachtet und untersucht.

(30.5.2012)

In folgendem Video erklärt der Guinness-Braumeister höchstpersönlich, wie man ein Guinness richtig zapft:

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