Feuchtfröhlicher Jahresrückblick

Eine irische Behörde will Alkohol am Steuer erlauben, Schmuggler pumpen Wodka durch eine Pipeline, ein Texaner "betreibt" eine Brauerei im Bauch - es war teilweise recht skurril, was 2013 im Zusammenhang mit Bier und Alkohol passiert ist. In einem Jahresrückblick haben wir kuriose Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft zusammengefasst.

In Damascus im US-Bundesstaat Maryland wurde Anfang 2013 der Verkauf von Alkohol erlaubt. Nach 132 Jahren. Seit 1881 war die Abgabe von Bier, Schnaps, Wein & Co. in der Kleinstadt, in der zahlreiche Methodisten leben, untersagt.

In Irland geht es weniger streng zu. Hier schlug die Bezirksverwaltung der Grafschaft Kerry im Südwesten des Landes sogar vor, in dünnbesiedelten Regionen Alkohol am Steuer zu erlauben. Der "drink and drive"-Vorstoß zielte darauf ab, Vereinsamung, Depression und Selbstmord auf dem Land entgegenzuwirken. Die Initiatoren wiesen darauf hin, dass Menschen in der Provinz oft alleine und abgeschieden wohnen und es kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt. Gerade Pubs seien hier wichtige Treffpunkte, in denen Kontakte gepflegt und geknüpft würden …

Dass den Franzosen in erster Linie Angela Merkel, Bier und Berlin einfällt, wenn sie an Deutschland denken, ergab eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Botschaft in Paris, die Ende Januar vorgestellt wurde. Im September, kurz vor der Bundestagswahl, wurde bekannt, dass Angela Merkel kein Bierfan ist. Von einem Glas Schwarzbier, das man ihr bei einer Veranstaltung im thüringischen Bad Köstritz kredenzte, probierte die Kanzlerin laut einem Bericht des Focus lediglich einen Schluck. Danach hat sie das Getränk schnell an einen Vertreter der örtlichen CDU weitergereicht. Sie greife meist lieber zu einem Glas Wein, soll die Kanzlerin gesagt haben …

Hamster in der Pfanne gebraten und Bierdieb mit 5 Promille
In York (England) musste sich ein Student vor Gericht verantworten, weil er nach einem Streit den Hamster seiner Mitbewohnerin in einer Pfanne gebraten hatte. Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert und konnte sich laut eigener Aussage an nichts erinnern. Er wurde zu 120 Sozialstunden verurteilt und darf acht Jahre lang keine Haustiere halten.

Ebenfalls mit dem Gesetz in Konflikt kam ein 20-Jähriger, der im Karneval-Monat Februar in Köln als Hase verkleidet in einen Laden einbrach, um Alkohol und Zigaretten zu klauen. Sein auffälliges Kostüm wurde dem Dieb zum Verhängnis. Aufzeichnungen von Überwachungskameras brachten die Polizei schnell auf die Spur des falschen Hasen. Er konnte noch in der Nähe des Tatorts gestellt werden.

Einen beachtlichen Blutalkoholwert stellte die Polizei bei einem Ladendieb in Ainring (Oberbayern) fest. Der 27-Jährige schnappte sich einen von mehreren Bierkästen, die vor einem Getränkemarkt aufgestellt waren, und ging damit nach Hause. Als die Polizei den Räuber rund zwei Stunden später in seiner Wohnung stellte, waren von ursprünglich 20 Flaschen im geklauten Kasten nur noch drei Bier übrig. Ein Alkoholtest ergab unglaubliche 5,25 Promille.

Nicht vor Gericht landete die Aktion eines Fanclubs des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Als offiziell verkündet wurde, dass die Arena des Clubs in Grundig-Stadion umbenannt wird, hatten sich die Anhänger bereits die Internetadresse www.grundig-stadion.de gesichert. Gegen mehrere Kästen Bier gaben die Fans die Domain wieder ab.

Einigen Aufwand haben Ganoven betrieben, die Alkohol von Kasachstan nach Kirgisien schmuggelten. Sie verlegten eine rund 500 m lange und 20 cm dicke Pipeline durch den Fluss Tschu, der die Grenze zwischen den beiden Ländern markiert. Durch die Leitung pumpten sie über Monate hinweg Tausende Liter Hochprozentiges – vor allem Wodka. Ein lohnendes Geschäft: In Kasachstan sind alkoholische Getränke deutlich billiger als in den meisten Nachbarstaaten …

Kirche in der Kneipe und Brauerei im Bauch
In den USA, wo die Kirchen, ähnlich wie hierzulande, vielerorts mit Mitgliederschwund zu kämpfen haben, gehen einige Gemeinden neue Wege: Sie halten Gottesdienste in Pubs ab oder organisieren Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmer Bier trinken und Gospels singen. In Deutschland gibt es erste ähnliche Ansätze: In München soll der Innenbereich einer Kirche so umgestaltet werden, dass Gäste mit Bier und Brezen bewirtet werden können.

Neuerungen gab es 2013 im technischen Bereich. Eine Firma aus Seattle entwickelte ein Gerät, mit dem angeblich selbst Laien problemlos Bier brauen können. Die "Espressomaschine für Bier" ist etwa so groß wie ein handelsüblicher Herd und muss lediglich mit Hopfen und Malz "gefüttert" werden. Der Rest wird mehr oder weniger von selbst erledigt.

Bier in seinem eigenen Bauch hat jahrelang ein Texaner gebraut. Der 61-Jährige war immer wieder vollkommen blau, ohne auch nur einen Schluck Alkohol getrunken zu haben. Wie sich herausstellte, litt er an dem seltenen "Eigenbrau-Syndrom". Ärzte fanden in seinem Verdauungstrakt Spuren eines Hefepilzes, der sich von Zucker ernährt und Kohlendioxid sowie Alkohol herstellt. Sobald der Mann Kohlenhydrate zu sich nahm löste der Pilz einen Gärungsprozess aus. Mittlerweile wurde er geheilt und hat die Bierproduktion eingestellt …

Agent mit Alkoholproblem und Sprite als Katermittel
Auch die Wissenschaft war 2013 nicht untätig. Dass James Bond wahrscheinlich Alkoholiker wäre, wenn er real existieren würde, haben Forscher der Universität Nottingham herausgefunden. Sie gingen alle 14 Bond-Romane durch und zählten die Drinks, die Autor Ian Fleming seinen Helden zu sich nehmen lässt. Da kommt einiges zusammen: Über alle Episoden gerechnet bechert Bond pro Woche durchschnittlich 900 Milliliter reinen Alkohol. Das entspricht 30 Wodka Martini, zehn Flaschen Wein oder täglich fünf 0,5 Liter-Flaschen Bier. Was die Alkoholmenge betrifft, ist das viermal so viel, wie Ärzte in Großbritannien als Obergrenze empfehlen.

Smartphones sagen einiges über ihre Besitzer aus. Nutzer von Android-Geräten trinken mehr Alkohol und sehen mehr fern als die Besitzer von iPhones und Blackberrys. Das will der britische Mobilnetzbetreiber TalkTalk Mobile im Rahmen einer Umfrage herausgefunden haben.

Je mehr Bars, Kneipen und Restaurants es in der Nähe des Wohnorts gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an einer alkoholbedingten Krankheit zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bern.

Mit den Nachwirkungen nach ausgiebigem Alkoholgenuss haben sich 2013 gleich mehrere Wissenschaftler beschäftigt. Forscher der Griffith University im australischen Brisbaine haben herkömmlichem Bier Elektrolyte hinzugefügt und es dadurch laut eigenen Angaben geschafft, den dehydrierenden Effekt des Alkohols einzudämmen. Starker Flüssigkeitsverlust gilt gemeinhin als eine der Hauptursachen für Katersymptome.

Wissenschaftler der University of California in Los Angeles experimentierten mit Enzymen und kamen bei der Entwicklung eines Mittels zum schnelleren Alkoholabbau voran. Es besteht Hoffnung, dass ihre Ergebnisse als Basis für die Entwicklung eines Präparats zur Vorbeugung von Rausch und Hangover dienen können. Bis das auf dem Markt ist, heißt es abwarten und Sprite trinken. Bei einem Test, den die Yat-Sen Universität im chinesischen Guangzhou durchführte, schnitt der Softdrink als bester Kater-Killer ab. Älter werden hilft auch. Wissenschaftler des National Institute of Public Health in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen behaupten in einer Studie, dass die alkoholbedingten Nachwehen mit zunehmendem Alter weniger heftig ausfallen …

(19.12.2013)

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