Deutlich weniger Bierabsatz: Schlechtes Jahr für die Braubranche
Der Bierabsatz der deutschen Brauwirtschaft ist 2025 weiter gesunken und hat einen historschen Tiefstand erreicht. In den letzten zehn Jahren ist das Marktvolumen fast um ein Fünftel geschrumpft.
Der Bierabsatz der deutschen Brauwirtschaft war auch 2025 rückläufig. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gingen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent bzw. 4,97 Millionen Hektoliter auf rund 78 Millionen Hektoliter zurück. Das ist das deutlichste Minus seit 1993, als die Behörde den Bierausstoß erstmals bundesweit ausgewiesen hat. Über die vergangenen zehn Jahre gerechnet sind den Brauereien und Bierlagern etwa 18 Millionen Hektoliter bzw. 18,9 Prozent Volumen verlorengegangen.
Inlandsabsatz und Exporte gesunken
Der Großteil des Bierabsatzes (82,5 Prozent bzw. 64 Millionen Hektoliter) entfiel auch 2025 auf das Inland. Hier steht unterm Strich im Vergleich zum Vorjahr ein Verlust von 5,8 Prozent. Die Exporte in EU-Länder haben 1,3 Prozent eingebüßt. Sie lagen bei gut 7,98 Millionen Hektolitern. Die Ausfuhren in andere Staaten haben sch um 14,2 Prozent auf 5,52 Millionen Hektoliter verringert.
Bei Biermischgetränken (Radler etc.) weist die Statistik für 2025 ebenfalls rote Zahlen aus. Die Verkäufe sanken im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 4,02 Millionen Hektoliter. Das entspricht 5,2 Prozent des gesamten Marktvolumens. Alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie Importe aus Staaten außerhalb der Europäischen Union sind in den Zahlen des Statistischen Bundesamts nicht berücksichtigt.
Bayerische Brauer bei der Bierproduktion vorn
Die Brauereien aus Bayern, wo es die meisten Betriebe gibt, haben 2025 im Bundesländervergleich wieder am meisten Bier hergestellt. Ihr Absatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf 22,54 Millionen Hektoliter zurückgegangen. Einen Verlust von 3,9 Prozent auf gut 20 Millionen Hektoliter verbuchen die zweitplatzierten Kollegen aus Nordrhein-Westfalen. Dahinter folgen Niedersachsen zusammen mit Bremen (7,15 Millionen Hektoliter, +4,2 Prozent), Sachsen und Baden-Württemberg.
In keinem Bundesland haben die Brauereien bei den Verkäufen zulegen können. Den prozentual höchsten Verlust (-12,8 Prozent) müssen die Betriebe in Hessen verkraften. Schlimm hat es auch die Brauer in Berlin und Brandenburg (-11,8 Prozent), Baden-Württemberg (-10,6 Prozent) sowie in Schleswig-Holstein erwischt (-10,6 Prozent).
Am wenigsten Volumen haben mit 1,4 Prozent die Bierhersteller in Thüringen verloren. Es folgen Sachsen-Anhalt (-2,3 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (-3,9 Prozent).
Schlusslicht beim Ausstoß waren mit 1,07 Millionen Hektolitern wie im Vorjahr die hessischen Brauereien und Bierlager. Sachsen-Anhalt belegt mit 1,74 Millionen Hektolitern den vorletzten Platz.
Brauereien schließen
Gründe für die kontinuierlich sinkende Biernachfrage gibt es mehrere: Veränderte Konsumgewohnheiten, weniger Absatz über die Gastronomie, Exporteinbußen, schwierige wirtschaftliche Gesamtlage und daraus resultierende Kaufzurückhaltung. Durch die rückläufigen Verkäufe, gepaart mit gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie gerät die Branche unter Druck. Mehrere Brauereien haben bereits aufgegegeben.
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