Pfungstädter Brauerei schließt

Kronkorken: Die 1831 gegründete Pfungstädter Brauerei schließt.
Die 1831 gegründete Pfungstädter Brauerei schließt.

Die Pfungstädter Brauerei steht nach mehr als 190 Jahren vor dem Aus. Mitte 2023 sollen Produktion und Abfüllung eingestellt werden. Der Betrieb wird laut Medienberichten nicht wegen wirtschaftlicher Zwänge eingestellt. Die Brauerei laufe rentabel, in den letzten beiden Jahren wurden zwei Millionen Euro investiert.

In Corona war Pfungstädter in Schieflage geraten. Im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens wurde die drohende Zahlungsunfähigkeit abgewendet. Damals hatten sich die Gesellschafter für den Verkauf des Firmengeländes im südhessischen Pfungstadt entschieden. Die Bierproduktion sollte an einen neuen Standort umziehen.

Der Pachtvertrag für das Brauereigelände läuft Ende 2023 aus. Es gehört der Immobilienfirma Conceptplan und Daniel Hopp, dem Sohn von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp. Auf dem Areal soll ein Wohnquartier entstehen.

An den Plänen gibt es Kritik. Auf einer Stadtverordnetenversammlung wurde ein Bürgerbegehren gegen das Bauvorhaben abgelehnt, für das es mehr als 4.600 Unterschriften gab. Auch eine Bürgerbefragung, die Bürgermeister Patrick Koch angeregt hatte, fand keine Zustimmung. Am 22. Dezember gab es in Pfungstadt eine Demonstartion mit mehr als tausend Teilnehmern. Unter dem Motto "brauen statt bauen" forderten sie den Erhalt der 1831 gegründeten Brauerei mit zuletzt rund 70 Mitarbeitern.

Mit der zur Radeberger Gruppe gehörenden Binding Brauerei in Frankfurt soll 2023 ein weiterer Bierstandort in Hessen schließen. Die Produktion wird verlagert.

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