Reinheitsgebot soll Kulturerbe werden

Hopfen und Malz, Gott erhalt's

Der deutschen Brauer wollen, dass das Reinheitsgebot zum UNESCO-Kulturerbe erklärt wird. Und zwar bis 2016. Dann wird die Vorschrift, die regelt, was ins Bier kommt, 500 Jahre alt.

Für weltweit einzigartige Stätten und Bauwerke wie den Aachener oder Kölner Dom vergibt die UNESCO seit 1972 den Titel "Weltkulturerbe". Darüber hinaus ernennt die Organisation der Vereinten Nationen Traditionen, Bräuche sowie kulturelle Handlungen und Riten zum "immateriellen Kulturerbe". Hierzu zählen der Tenorgesang der sardischen Schäferkultur, das aus Nigeria stammende System der ifa-Wahrsagerei, Duduk-Musik aus Armenien, türkischer Öl-Ringkampf und die französische Esskultur.

Der Deutsche Brauer-Bund will, dass auch das Reinheitsgebot in den Reigen der immateriellen Kulturgüter aufgenommen wird. Bis Ende November 2013 konnten Bewerbungen bei den 16 Bundesländern eingebracht werden. Für die deutschen Brauer hat der Bayerische Brauerbund beim zuständigen bayerischen Kultusministerium einen entsprechenden Antrag eingereicht. Begründet wird der Vorstoß damit, dass es sich beim Reinheitsgebot um die wahrscheinlich älteste noch geltende Lebensmittelvorschrift handele. Es wurde 1516 vom bayerischen Herzog Wilhelm IV erlassen und erlaubte bei der Herstellung von Bier ausschließlich die Zutaten Wasser, Hopfen und Gerste. Deutschlandweite Geltung habe die Vorgabe seit 1906, so der Brauerbund.

Das Bayerische Kultusministerium wird aus allen Vorschlägen, die bei ihm eingegangen sind, eine Vorauswahl treffen. Setzt sich der Antrag des Brauerbunds durch, wird er noch von verschiedenen Bundesstellen geprüft, bevor er beim UNESCO-Komitee in Paris zur endgültigen Entscheidung landet. Die Brauer hoffen, dass die Ernennung zum UNESCO-Kulturerbe bis 2016 erfolgt. Dann wird das Reinheitsgebot 500 Jahre alt.

(2.12.2013)

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