Verein sorgt sich um die Biergartenkultur

Wenn er Angriffe auf die Biergartenkultur wittert, kennt der 1991 gegründete "Verein zur Erhaltung der Biergartentradition" keinen Spaß. "Wir lieben die bayerische Kultur, genießen die freie Natur und feiern gerne. Aber wenn man uns nicht lässt, werden wir Revolutionäre und gehen auf die Barrikaden", heißt es auf der offiziellen Webseite. 

1995 hat sich der Verein mit Sitz in München im Rahmen der "Ersten Biergartenrevolution" gegen vorgezogene Sperrstunden gewehrt, nachdem Anwohner in München wegen Lärmbelästigung geklagt hatten. Damals sei es um "leben und leben lassen" gegangen, so die Biergartenkultur-Hüter auf ihrer Internetpräsenz.

Jetzt sieht der Verein neue Gefahren für den ungestörten Biergenuss im Freien: "Die Biergärten sind zunehmend als Partyzonen entdeckt worden", wird Präsidentin Ursula Seeböck-Förster von der Nachrichtenagentur dpa zitiert. Immer öfter würden große Gruppen ihr Essen selber mitbringen, ganze Buffets auffahren und Tische blockieren. Der Platz für Familien werde immer begrenzter. "Da gibt es regelrechte Auswüchse", sagt die Präsidentin.

In bayerischen Biergärten ist es zwar traditionell erlaubt, dass man seine Brotzeit selber mitbringt. "Was man da heute manchmal sieht, hat aber oft nicht mehr viel mit Brotzeit zu tun", so Seeböck-Förster. Es sei nichts dagegen einzuwenden, dass jemand "Wurstsalat, Leberkäs oder ein bisschen Käse" mitbringe. Aber: "Da muss man keine Quiche auffahren und eine Pizza gehört sicher auch nicht dazu".

Den idealen Biergarten stellt sich Ursula Seeböck-Förster als "sommerliches Refugium" und als Ort für Familien vor, um "bei schönem Wetter draußen zu essen". Gerade in Städten wie München gäbe es viele Menschen, die nur eine kleine Wohnung und keinen Garten hätten. 

(22.8.2011)

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