Weltweite Bierproduktion in der Corona-Krise gesunken

In der Corona-Krise wurde weltweit weniger Bier gebraut.
Im Corona-Krisenjahr 2020 wurde weltweit weniger Bier gebraut.

Die Corona-Krise hat Brauereien auf der ganzen Welt zugesetzt. Durch geschlossene Gaststätten und Kneipen im Zuge von Lockdown Maßnahmen, abgesagte Veranstaltungen sowie ausgefallene Feste und Events sind wichtige Absatzkanäle weggebrochen. Die globale Bierproduktion ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent bzw. 93 Millionen Hektoliter auf knapp 1,82 Milliarden Hektoliter gesunken. Das entspricht dem Niveau von 2008, wie aus dem aktuellen Marktbericht mit Zahlen zur Bier- und Hopfenwirtschaft hervorgeht, den der Hopfendienstleister BarthHaas Mitte Juli vorgelegt hat. 2019, vor dem Pandemie-Ausbruch, war der Ausstoß noch zum ersten Mal seit fünf Jahren gestiegen.

Länder mit dem höchsten Bierausstoß
In 97 der 172 für die BarthHaas-Statistik berücksichtigten Staaten ist der Bierproduktion 2020 zurückgegangen. China bleibt trotz Einbußen von 35,4 Millionen Hektolitern mit einem Gesamtausstoß von 341,11 Millionen Hektolitern die größte Braunation. Nahezu jedes fünfte Bier auf der Erde entsteht im Reich der Mitte. Es folgen unverändert die USA (Bierausstoß 2020: 211,16 Millionen Hektoliter, 2019: 210,88 Millionen Hektoliter), Brasilien (151,9 Millionen Hektoliter), Mexiko (126,9 Millionen Hektoliter) und Deutschland mit rund 87 Millionen Hektolitern. Zusammengerechnet lag der Anteil dieser fünf Länder am gesamten Markt bei etwas mehr alss 50 Prozent.

Obwohl das Produktionsvolumen der Brauereien im Bundesgebiet gegenüber 2019 um fast 4,6 Millionen Hektoliter geschrumpft ist, reicht es weiterhin für Platz eins in Europa. Dahinter rangieren Russland (79,5 Millionen Hektoliter), Polen (38,4 Millionen Hektolier), Spanien (34,7 Millionen Hektoliter) und Großbritannien (32,35 Millionen Hektoliter). EU-weit ist der Bierausstoß 2020 um nahezu 30 Millionen Hektoliter auf 371,1 Millionen Hektoliter zurückgegangen.

Die größten Brauereien der Welt
Die 40 führenden Brauunternehmen haben 2020 im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent weniger Bier verkauft. Zusammen brachten sie es aber nach wie vor auf einen Weltmarktanteil von 86 Prozent. Mehr als die Hälfte der globalen Produktion stammte von lediglich fünf Konzernen. Die Konzentration bleibt also groß. Branchenprimus Anheuser-Busch InBev mit Hauptsitz in Belgien hat zwar Feden gelassen - die Produktion sank von 561,4 Millionen Hektoliter (2019) auf 467,4 Millionen Hektoliter -, hat aber immer noch auf einen Anteil von 25,7 Prozent am globalen Markt. Heineken (Niederlande) hat fast 15 Millionen Hektoliter an Ausstoß eingebüßt, bleibt aber auf Platz zwei. Carlsberg (Dänemark, Ausstoß 2020: 110,1 Millionen Hektoliter) hat sich an den China Res. Snow Breweries (Ausstoß: 106,9 Millionen Hektoliter) vorbei auf Position drei vorgeschoben.

Die größten deutschen Brauereien
In der Top 40 finden sich sieben Hersteller aus Deutschland: Die zum Dr.-Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe hat 2020 rund 11,1 Millionen Hektoliter Bier gebraut und belegt damit im globelen Vergleich Platz 22 (Weltmarktanteil: 0,6 Prozent). Auf Rang 23 folgt die TCB Beteiligungsgesellschaft (8,6 Millionen Hektoliter), auf 25 Oettinger (8,5 Millionen Hektoliter). Krombacher (Platz 31, 6 Millionen Hektoliter) hat Bitburger (5,9 Millionen Hektoliter, Platz 32) überholt. Paulaner (5,7 Millionen Hektolter) steht auf Platz 33 belegt, Warsteiner (3,2 Millionen Hektoliter) und Veltins (2,9 Millionen Hektoliter) auf 39 und 40.

Weniger Hopfen geernetet
Beim Hopfen lag die globale Erntemenge 2020 bei 122.003 t. Das sind rund 7.500 t weniger als 2019. Die weltweite Anbaufläche ist gleichzeitig von 61.559 ha auf 62.366 Hektar (+1,3 Prozent) angewachsen. In den USA, wo am meisten Hopfen kultiviert wird, wurden auf 24.738 Hektar 47.540 t geerntet (2019: 51.274 t). In Deutschland, dem zweitgrößten Hopfenanbauland, lag der Ertrag bei 46.878 t (2019: 48.472 t). Mit 17.233 Hektar (83 Prozent) ist die Hallertau die bundesweit bedeutendste Hopfenregion, gefolgt  von Elbe-Saale mit 1.564 Hektar (8 Prozent), Tettnang mit 1.479 Hektar (7 Prozent) und Spalt mit 408 Hektar (2 Prozent). 2020 gab es 1.087 Hopfenpflanzer-Betriebe - zehn weniger als im Vorjahr.

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