Weltweite Bierproduktion leicht gesunken
Auf der Erde wurde 2024 ein bisschen weniger Bier gebraut als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte stammte von den vier größten Konzernen. China bleibt die führende Braunation. Deutschland ist in Europa auf Platz zwei gerutscht.
Die globale Bierproduktion ist 2024 zum zweiten Mal in Folge gesunken. Nach Angaben der BarthHaas GmbH & Co. KG steht unterm Strich ein leichter Rückgang von 0,3 Prozent bzw. 6 Millionen Hektoliter auf rund 1,875 Milliarden Hektoliter. Der in Nürnberg ansässige Hopfendienstleister veröffentlicht jedes Jahr einen Bier- und Hopfen-Marktbericht. Dem Unternehmen zufolge wird es immer schwerer, aussagekräftige und verifizierbare Zahlen zu den Bierstoßausmengen zu erheben, sodass in der aktuellen Ausgabe Mengen teilweise geschätzt sind.
Die größten Bierbrauländer
Der Anteil der fünf führenden Herstellerländer an der weltweiten Bierproduktion lag dem Report zufolge 2024 bei 48,4 Prozent. China, die größte Braunation der Welt, verzeichnete ein Minus von 18 Millionen Hektoliter auf 341 Millionen Hektoliter. Auf Platz zwei folgen die USA mit 184,5 Millionen Hektolitern (-9,2 Millionen Hektoliter im Vergleich zum Vorjahr). Dahinter liegen Brasilien (147,4 Millionen Hektoliter, -1,49 Millionen Hektoliter) und Mexiko (144,97 Millionen Hektoliter, +2,56 Millionen Hektoliter). Rang fünf belegt Russland, das bei der Produktion um 7,4 Millionen Hektoliter auf 90,83 Millionen Hektoliter zugelegt hat. Die Baltika Brauerei, größte Brauereigruppe des Landes und im globalen Verrgleich auf Platz zwölf, hat bis 2023 zu Carlsberg gehört. Die OPH Vereinigte Brauereien waren früher Teil von Heineken.
Deutschland verliert Spitzenposition
Russland hat Deutschland im internationalen Vergleich überholt und auf Platz sechs sowie von der Spitzenposition in Europa verdrängt. Der Absatz der deutschen Brauereien ist 2024 um 1,4 Prozent bzw. fast 1,2 Millionen Hektoliter auf 82,56 Millionen Hektoliter gesunken.
Die größten Brauereien der Welt
Nach einem Minus von 2,2 Prozent im Vorjahr ist der Bierabsatz der 40 größten Brauereien der Welt 2024 abermals gesunken. Mit 0,6 Prozent auf knapp 1,64 Milliarden Hektoliter aber vergleichsweise leicht. Die Dominanz der führenden Hersteller besteht trotz Verlusten fort. Die vier größten Konzerne haben mehr als die Hälfte alle Biere weltweit gebraut. Die Reihenfolge der elf größten Akteure hat sich nicht verändert. Marktführer AB InBev verkaufte nach Angaben von BarthHaas 2024 knapp 495,5 Millionen Hektoliter Bier, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr (505,9 Millionen Hektoliter). Der multinationale Konzern mit Hauptsitz in Belgien ist in Deutschland mit Marken wie Beck's, Franziskaner und Spaten vertreten.
Beim zweitgrößten Braukonzern Heineken (Niederlande) gab es einen Rückgang von 0,8 Prozent auf 240,7 Millionen Hektoliter (2023: 242,6 Millionen Hektoliter, bei den China Res. Snow Breweries (Platz drei) um 8,7 Prozent auf 108,8 Millionen Hektoliter (2023: 111,51 Millionen Hektoliter). Es folgen Carlsberg, Molson Coors, die Tsingtao Brewery Group, die Asahi Group, BGI / Groupe Castel, Yanjing und die Efes Group.
Laut BarthHaas sind die global agierenden Großkonzerne dabei, sich neu auszurichten. Statt auf Diversifikation und Expansion im Craft Beer-Segment würden sie derzeit verstärkt auf ihre international etablierten Leitmarken setzen. Gleichzeitig wachse weltweit der Druck auf kleinere und mittelgroße Brauereien. Gestiegene Rohstoff- und Energiekosten ließen sich vielerorts kaum durch Preissteigerungen kompensieren. Dies führe zu Betriebsaufgaben, Fusionen und Marktaustritten.
Veränderungen bei den größten deutschen Brauereien
Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe, größter Bierhersteller in Deutschland, ist mit einem Absatzrückkang um 1,4 Prozent auf 10,4 Millionen Hektolitern im internationalen Vergleicch von Platz 22 auf Rang 23 abgerutscht. Die TCB Beteiligungsgesellschaft (u.a. Frankfurter Brauhaus, Feldschlößchen und Gilde Brauerei) hielt ihren Ausstoß stabil bei 7,5 Millionen Hektolitern und belegt Platz 28. Sie hat die Oettinger Gruppe als zweitgrößten Produzenten in Deutschland abgelöst. Dort hat sich der seit längerem anhaltende Abwärtstrend fortgesetzt. Der Absatz der Brauerei aus Bayerisch-Schwaben sank um deutliche 12,6 Prozent auf 6,6 Millionen Hektoliter (Platz 30).
Nicht weit dahinter lauert die Paulaner Gruppe auf Platz 31, deren Verkäufe leicht um 0,6 Prozent auf 6,3 Millionen Hektolitern zurückgingen. Dahinter reihen sich die Krombacher Gruppe (5,94 Millionen Hektoliter, -1,4 Prozent) und auf Position 33 die Bitburger Braugruppe (5,78 Millionen Hektoliter, +1,5 Prozent) ein, die als einziger deutscher Bierhersteller Zuwächse verzeichnen konnte.
Deutschland wieder größtes Hopfenanbauland
Während Barth-Haas 2025 mit einem stabilen Bierausstoß rechnet, fallen Bestandsaufnahme und Prognose für den Hopfenmarkt gedämpfter aus. Als Gründe führt das Unternehmen u.a. Überkapazitäten an und verweist auf den “Trend zu Mainstream-Bieren sowie alkoholfreien und alkoholarmen Varianten”, für die weniger Hopfen benötigt werde. Im letzten Jahr ist die Nachfrage um 2 Prozent zurückgegangen. Die weltweite Erntemenge sank um 3,9 Prozent auf 113.528 Tonnen. Die Anbaufläche (4630 Hektar, -7,7 Prozent) ist weiter geschrumpft. Deutschland (-340 ha bzw. -2 Prozent) verzeichnete weniger Schwund als die USA (-4.032 ha bzw. -18 Prozent) und hat sich wieder auf Platz eins der größten Anbauländer geschoben. Hierzulande ernteten die Hopfenbauern auf 20.629 Hektar 46536 Tonnen. IIn den USA waren es auf 18.127 Hektar 39496 Tonnen.
Mit 16815 Hektar ist die Hallertau die bundesweit mit Abstand größte Hopfenregion. Es folgen Elbe-Saale mit 1532, Tettnang mit 1528 und Spalt mit 396 Hektar. 2023 gab es 1.009 Hopfenpflanzer-Betriebe - 31 weniger als im Vorjahr.
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