Weltweite Bierproduktion zurückgegangen

Kronkorken von Bierflaschen
Die weltweite Bierproduktion ist 2025 zurückgegangen
Hopfenpflanze
Am meisten Hopfen wurde in Deutschland geerntet.

Auf der Erde wurde 2025 weniger Bier getrunken. Mehr als die Hälfte der Produktion stammte von den fünf größten Konzernen. China bleibt die führende Braunation. Deutschland ist in Europa nicht mehr auf Platz eins.

Der globale Bierausstoß ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent bzw. 14 Millionen Hektoliter auf fast 1,896 Milliarden Hektoiter gesunken. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht der BarthHaas GmbH & Co. KG hervor. Der Nürnberger Hopfendienstleister veröffentlich regelmäßig Zahlen zur Brau- und Hopfenwirtschaft. Ihm zufolge vollziehen sich nach einer Phase mit Dynamik und Wachstum derzeit gravierende Veränderungen und der wirtschaftliche Druck auf die Hersteller steigt. Vielerorts stagniert oder sinkt der Bierkonsum, während alkoholarme sowie alkoholfreie Produkte beliebter werden. 

Länder mit dem höchsten Bierausstoß

Laut BarthHaas wird es immer schwerer, verifizierbare Zahlen zu erheben, sodass die Mengenangaben im aktuellen Report für einige Länder auf der Basis der verfügbaren Daten geschätzt sind. Den Anteil der fünf führenden Herstellerländer an der globalen Bierproduktion beziffert das Unternehmen für 2025 auf fast die Hälfte (48,5 Prozent). Ihre Reihenfolge hat sich im Vergleich zu 2024 nicht verändert.

China, die größte Braunation, verzeichnete ein Minus von 2,34 Millionen Hektoliter auf 353,6 Millionen Hektoliter, was 18,7 Prozent Weltmarktanteil entspricht. Platz zwei belegen die USA mit gut 174,9 Millionen Hektolitern (knapp 9,6 Millionen Hektoliter weniger als 2024). Dahinter folgen Brasilien (rund 151,1 Millionen Hektoliter, -3,68 Millionen Hektoliter) und Mexiko (147,87 Millionen Hektoliter, +2,56 Millionen Hektoliter). Rang fünf belegt Russland, das bei der Produktion um 732000 Hektoliter auf knapp 90,09 Millionen Hektoliter zugelegt hat. Es hat Deutschland bereits 2024 überholt und auch von der Spitzenposition in Europa verdrängt. Der Bierabsatz der Brauereien in der Bundesrepublik lag 2025 mit 79,238 Millionen Hektolitern knapp 4,7 Millionen Hektoliter bzw. 5,6 Prozent unter der Vorjahresmenge.

Vietnam (Platz 7), Japan, Spanien und Großbritannien komplettieren die Top Ten.

Bierriesen dominieren: Die größten Brauereien

Nach einem Minus von 2,2 Prozent und 0,6 Prozent in den beiden zurückliegenden Jahren ist der Bierabsatz der 40 größten Brauereien der Welt 2025 weiter gesunken - um 3,1 Prozent auf rund 1,586 Milliarden Hektoliter. Nur wenige haben im vergangenen Jahr nennenswerte Zuwächse erzielt. Laut BarthHaas sind die global agierenden Großkonzerne vor dem Hintergrund eines schwieriger werdenden Marktumfelds dabei, sich neu auszurichten und alternative Geschäftsfelder zu erschließen. Dazu zählen alkoholfreie und -reduzierte Biere oder auch Investitionen in angrenzende Getränkesparten.

Konzentration prägt den internationalen Biermarkt. Die fünf größten Brauereien haben im letzten Jahr mehr als die Hälfte (50,9 Prozent) aller Gerstensäfte auf dem Erdball hergestellt. Die Reihenfolge der sieben größten Konzerne hat sich nicht verändert. Der Abstaz von Marktführer AB InBev büßte 2025 im Vergleich zum Vorjahr 2,1 Prozent ein und lag bei 484,2 Millionen Hektoliter. Das sind 25,5 Prozent bzw. mehr als ein Viertel des globalen Produktion. Der multinationale Konzern mit Hauptsitz in Belgien ist in Deutschland mit Marken wie Beck's, Franziskaner und Spaten vertreten.

Beim zweitgrößten Braukonzern Heineken (Niederlande) gab es einen Rückgang von 0,8 Prozent auf 235,65 Millionen Hektoliter (Weltmarktanteil: 12,4 Prozent) Die drittplatzierten China Res. Snow Breweries haben um 1,4 Prozent auf 110,3 Millionen Hektoliter zugelegt (Weltmarktanteil: 5,8 Prozent). Es folgen Carlsberg, Molson Coors, die Tsingtao Brewery Group, die Asahi Group, Yanjing, BGI / Groupe Castel, und Constellation Brands.

Auf Platz 11 rangiert JSC AB Inbev Efes. Die ehemalige russische Tochtergesellschaft von AB Inbev Efes wird führt BarthHaas jetzt als eigenes Unternehmen in seiner Rangliste.

Die größten deutschen Brauereien

Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe, größter Bierhersteller in Deutschland, ist mit einem Absatzrückkang um 4,3 Prozent auf 9,95 Millionen Hektoliter im internationalen Vergleich von Platz 24 auf 25 abgerutscht. Die Paulaner Gruppe hat sich mit einem deutlichen Absatzplus von 14,8 Prozent auf 7,59 Millionen Hektoliter auf Position 29 vorgeschoben und die TCB Beteiligungsgesellschaft (u.a. Frankfurter Brauhaus, Feldschlößchen und Gilde Brauerei) als zweitgrößten deutschen Bierhersteller überholt. TCB belegt nach einem Minus von 4,0 Prozent auf 7,2 Millionen Hektoliter nur noch Platz 30 (Vorjahr 28).

Bei der Oettinger Gruppe hat sich der seit längerem anhaltende Abwärtstrend fortgesetzt. Die Brauerei aus Bayerisch-Schwaben ist von Platz 31 auf 32 abgestiegen. Auf 33 folgt Krombacher mit einem Zuwachs von zarten 0,2 Prozent auf 5,95 Millionen Hektoliter. Die Bitburger Braugruppe ist von Position 33 auf 35 abgesunken. Ihr Ausstoß ist um 10 Prozent auf 5,2 Millionen Hektoliter zurückgegangen.

In Deutschland wird am meisten Hopfen angebaut

Während Barth-Haas 2026 mit einer Stabilisierung beim Bierausstoß rechnet, fallen Bestandsaufnahme und Prognose für den Hopfenmarkt gedämpfter aus. Als Gründe führt das Unternehmen u.a. Überkapazitäten an und verweist auf den Trend zu “Mainstream”-Bieren sowie alkoholfreie und alkoholarme Varianten, für die weniger Hopfen benötigt wird. Hinzu kommen gestiegene Energiepreise. 

Die weltweite Erntemenge ist im letzten Jahr um 4 Prozent auf 109188 Tonnen gesunken. Die Anbaufläche hat sich um 6 Prozent bzw. 3055 Hektar auf 52660 Hektar reduziert. In Deutschland steht unterm Strich ein Schwund von 1.327 Hektar bzw. 6,5 Prozent auf 15680 Hektar. Der Ertrag ging um 7,3 Prozent auf 43141 Tonnen zurück. 

Trotz Minus bleibt Deutschland der größte Hopfenhersteller der Welt. Dahinter folgen die USA. Dort wurden 2025 auf 17057 Hektar (-7,9 Prozent) 37973 Tonnen geerntet.

Mit 15680 Hektar ist die Hallertau die bundesweit mit Abstand größte Hopfenregion. Tettnang hat sich mit 1526 Hektar vor die Elbe-Saale-Region (1379 Hektar) geschoben. Spalt folgt mit 360 Hektar.

965 Hopfenpflanzer-Betriebe waren 2025 deutschlandweit aktiv - 44 weniger als im Vorjahr.

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