Wissenschaftler identifizieren Alkoholismus-Enzym

Maus

Das Enzym Neprilysin beeinflusst, ob man in Stress-Situationen zu verstärktem Alkoholkonsum neigt. Das haben Wissenschaftler der Universität Leipzig bei Versuchen mit speziell gezüchteten Mäusen herausgefunden, denen das Gen für die Bildung des Enzyms fehlte. Im Experiment durften die Nager frei zwischen Wasser und einer alkoholhaltigen Flüssigkeit wählen. Setzte man die Tiere unter Stress, indem man für 15 Minuten einen fremden Artgenossen in ihren Käfig ließ, fingen sie an, exzessiv Alkohol zu trinken. Ließ man die Mäuse anschließend in Ruhe, dann normalisierte sich ihr Trinkverhalten nach einigen Tagen wieder. Wurden sie dagegen wiederholt gestresst, becherten sie bis zum Abbruch der Tests.

Durch ihre Untersuchungen hätten Sie einen Zusammenhang zwischen der Neprilysin-Aktivität und stressbedingtem Alkoholkonsum belegen können, schreiben die Wissenschaftler in einer Pressemitteilung. Sie glauben, dass ihre Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind und dabei helfen können, neue Therapieansätze zu entwickeln. Personen mit einer genetischen Veranlagung zu erhöhtem Alkoholkonsum würden gerade unter Stress zu exzessivem Missbrauch neigen, so die Forscher. In Zukunft könnte bei Alkoholikern medikamentös auf den Proteinstoffwechsel eingewirkt werden. An der Uni Leipzig sucht man bereits nach Substanzen, die das Enzym Neprilysin aktivieren.

(20.1.2013)

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