Frau mit Eigenbrauer-Syndrom wird nicht wegen Alkohol am Steuer bestraft

Weil sie am sogenannten Eigenbrauer-Syndrom leidet, ist eine Autofahrerin im US-Bundesstaat New York um eine Verurteilung wegen Alkohol am Steuer herumgekommen. Die Polizei hatte die Frau laut Medienberichten im Oktober 2014 bei einer Verkehrskontrolle einem Alkoholtest unterzogen und dabei einen Promillepegel gemessen, der viermal höher als die erlaubte Grenze lag. Wie der Wert zustande kam, konnte sich die vermeintliche Alkoholsünderin nicht erklären. Sie hatte laut eigenen Angaben zuvor zwar innerhalb von sechs Stunden vier Drinks zu sich genommen. Danach hätte sie aber eigentlich deutlich weniger Alkohol im Blut haben müssen, als bei der Kontrolle gemessen wurde, berichtet CNN unter Berufung auf die Aussage eines Pharmakologen.

Untersuchungen ergaben schließlich, dass die Frau unter dem seltenen Eigenbrauer-Syndrom leidet. Bei Menschen, die daran erkranken, wandeln Hefepilze im Darmtrakt Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Der Gärungsprozess sorgt dafür, dass die Betroffenen alkoholisiert sind, ohne dass sie Bier, Wein, Schnaps oder ähnliche Getränke zu sich nehmen.

Ein Gericht in der Stadt Buffalo, das den Fall verhandelte, hat aufgrund der Diagnose schließlich von einer Verurteilung der Frau abgesehen. Sie bekämpft ihr Leiden derzeit mit Medikamenten und einer speziellen Diät, bei der sie auf Zucker verzichtet und möglichst wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt.

(4.1.2016)

 
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