Kölsch und Kölsch-Konvention

Kölschsorten

Was Kölsch ist und wer es brauen darf, ist in der "Kölsch-Konvention" geregelt. Darin wird Kölsch als "qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung für nach dem Reinheitsgebot hergestelltes helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes (=filtriertes) obergäriges Vollbier" definiert. Festgeschrieben ist auch, dass der Biertyp ausschließlich im Kölner Stadtgebiet und in einigen Brauereien im Umland hergestellt werden darf, und dass Kölsch in speziellen 0,2 l-Gläsern, den sog. "Stangen", ausgeschenkt werden soll. Der Alkoholgehalt liegt in der Regel unter 5 % Vol.

Bei der Kölsch-Konvention handelt es sich um wettbewerbsrechtliche Regeln, die sich die Mitglieder des Kölner Brauerei-Verbands im Jahr 1985 gegeben haben, und die das Bundeskartellamt kurze Zeit später genehmigt hat. Dass die Bezeichnung Kölsch für einen eigenen Biertyp mit eigenem Herkunftsgebiet steht, hat 1963 erstmals das Kölner Verwaltungsgericht entschieden. Das Urteil wurde 1980 vom Kölner Oberverwaltungsgericht bestätigt. Sei 1997 ist die Herkunftsbezeichnung Kölsch auch von der EU geschützt.

Wann und wie für Kölner Bier die Bezeichnung Kölsch geprägt wurde, lässt sich nicht genau feststellen. Kein Zweifel besteht daran, dass das Brauwesen in der Rheinmetropole eine lange Tradition hat. Erste Belege gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Im 19. Jahrhundert gab es in Köln mehr als 100 Hausbrauereien, die den ebenfalls obergärigen aber unfiltrierten Kölsch-Vorläufer "Wieß" herstellten. Belegt ist, dass die Brauerei Sünner 1918 erstmals mit dem Begriff Kölsch für ihr helles obergäriges Bier warb, das sie seit 1906 produzierte.

Wie überall in Deutschland ist die Zahl der Bierhersteller bis heute auch in Köln stark zurückgegangen. 2008 gab es noch 26 aktive Kölsch-Produzenten. 2010 kam Kölsch in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Kölner Brauerei-Verbands auf einen Marktanteil von 13,65 % und war damit hinter Pils (Marktanteil: 74,65 %) das zweitbeliebteste Bier.

Übrigens: Die Kölner Kölsch-Kultur kann man auf einer speziellen Route durch die Altstadt kennenlernen, dem sog. "Kölner Brauhaus Wanderweg". Der führt nicht nur an Brauereien, sondern auch an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei.