Brauereien in Deutschland

Deutschland ist ein Land mit langer Brautradition. Bis ins Mittelalter erfolgte die Bierherstellung vor allem in Klosterbrauereien, dann begannen private Produzenten immer größere Marktanteile zu erobern.

Die Zahl der Brauereien hat über die Jahrhunderte stark abgenommen. Gerade in der jüngeren Geschichte gab es - wie in zahlreichen anderen Wirtschaftszweigen auch -  starke Konzentrationsprozesse. Die letzte große Übernahme- und Konzentrationswelle setzte nach der deutschen Wiedervereinigung ein, als viele ostdeutsche Brauereien an westdeutsche Gesellschafter fielen.

Seit Mitte der 1990er Jahre liegt die Zahl der deutschen Brauereien relativ konstant bei rund 1300, die pro Jahr rund 100 Millionen Hektoliter Bier produzieren. Die führende Bierregion ist Bayern. Hier hatten 2008 laut Statistischem Jahrbuch 631 bzw. 47,6 Prozent aller deutschen Brauereien ihren Sitz.

Einen Meilenstein in der Geschichte des Brauwesens stellt die Erfindung von Geräten zur künstlichen Kühlung dar, wobei vor allem die 1876 eingeführten Linde’schen Ammoniakkompressoren eine große Rolle spielten. Durch die Möglichkeit zur längerfristigen und kühlen Lagerung kamen neue Brauverfahren auf. Die ersten Lagerbiere entstanden.

1842 entwickelte der bayerische Braumeister Josef Groll in Pilsen die sog. Pilsener Brauart für die Herstellung untergäriger Lagerbiere mit relativ hohem Hopfenanteil und einem Stammwürze-Anteil von höchstens 12,5 %. Das erste Bier nach der neuen Brauart wurde am 11.11.1842 ausgeschenkt. Bis heute dient das Brauverfahren als Grundlage für die Herstellung der meisten in Deutschland produzierten und verkauften Biere. 

Die älteste noch existierende und produzierende Brauerei ist die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan in Freising. Ein ebenfalls sehr alter Bierhersteller ist das Kloster Weltenburg bei Kelheim, wo seit 1050 gebraut wird.