Michelin-Sterne für britischen Pub

Ein südenglischer Pub-Besitzer setzt auf eigene Küchen-Kreationen und wurde mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

"Man kann Leuten nicht trauen, die so schlecht kochen", soll der ehemalige französische Präsident Jacques Chirac vor ein paar Jahren über die Briten und ihre Kochkünste gesagt haben. Tatsächlich gilt die britische Küche als - vorsichtig formuliert - etwas speziell.

In Wirklichkeit ist alles halb so wild. Einer, der beweist, dass es um die Küchen-Kultur auf der Insel besser steht, als man meinen möchte, ist Tom Kerridge. Der Gastronom betreibt den Pub "Hand and Flowers" im südenglischen Marlow und serviert nicht nur Bier und Salzstangen, sondern auch nicht alltägliche Mahlzeiten. Bei ihm gibt es Kalbsbries und Petersiliensuppe, Schokoladensoufflés, Apfelkompott, Wachteltörtchen und andere für eine Bierkneipe eher ungewöhnlichen Gerichte, die in Kupferpfännchen und Einmachgläsern auf den Tisch kommen. 

Irgendwann muss sich das mit den "kulinarischen Kreationen" des Briten sogar bis nach Frankreich herumgesprochen haben. Denn: Vor Kurzem wurde Kerridge mit zwei Michelin-Sternen belohnt - als erster Pub-Besitzer in Großbritannien. "Die Menüs sind ausgefeilt, elegant und zugleich vertaut", so die Bewertung der Gastro-Kritiker.

Über die Auszeichng hat Kerridge sich natürlich gefreut - auch wenn es Kritiker gibt, die in seinem Konzept eine Abkehr von der traditionellen britischen Kneipenkultur sehen. Der Pub-Besitzer glaubt trotzdem an seine Philosophie: "Wollen wir wie bisher nur Pubs haben, in denen Männer ihre Selbstgedrehten rauchen und hinterher ihr Geld verwetten", wird er unter anderem in der Welt zitiert. Und: "Geselligkeit hat immer weniger mit Saufen zu tun. Der Trend geht dahin, Freunde beim Essen zu treffen."

(11.10.2011)

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