Wissenschaftler identifizieren Ursache für Arsen im Bier

Bier enthält oft Spuren des Halbmetalls Arsen. Das haben Tests bereits mehrfach bestätigt. Über die Ursache wurde lange gerätselt. Jetzt haben Wissenschaftler der Technischen Universität München laut eigenen Angaben herausgefunden, dass der Giftstoff über die Substanz Kieselgur in den Gerstensaft gelangt. Das Sedimentgestein besteht hauptsächlich aus fossilen Algen und wird als Hilfsstoff bei der Bier-Filtration eingesetzt. Dabei könne Arsen ausgeschwemmt werden, so die Erklärung der Forscher.

Die Wissenschaftler haben rund 140 in Deutschland erhältliche Biersorten untersucht. In einzelnen Proben fanden sie bis zu 24 Mikrokramm Arsen pro Liter. Damit lagen die Werte teilweise über dem  von der WHO für Trinkwasser festgelegten Richtwert von 10 Mikrogramm pro Liter. Gefahr für die Gesundheit besteht nach Ansicht der Wissenschaftler trotzdem nicht. Die Wahrscheinlichkeit, durch den Genuss von Bier krank zu werden, stufen sie als gering ein. Biertrinker müssten sich keine Sorgen machen.

Der Deutsche und der Bayerische Brauerbund haben vor rund drei Jahren ein Programm gestartet, in dessen Rahmen Biere unter anderem regelmäßig auf ihren Arsengehalt überprüft wurden. Laut Mehmet Coelhan, der die Münchner Studie leitete, ist der Anteil seitdem bereits gesunken. In unfiltrierten Bieren seien Arsenspuren grundsätzlich seltener zu finden.

Die Forscher weisen darauf hin, dass Kieselgur unter anderem auch von Winzern als Filterstoff eingesetzt werde. Der Arsengehalt der Substanz lasse sich durch einfache Maßnahmen reduzieren. Hier helfe beispielsweise das Spülen mit Wasser im Vorfeld des Brauprozesses.

Vergiftungen mit Arsen verursachen Durchfall, Übelkeit und Krämpfe. Die Einnahme von Dosen im zweistelligen Milligrammbereich kann zum Tod führen.

(9.4.2013)

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